//Lernen im Schlaf – Guter und gesunder Schlaf fördert Lerneffekt

Lernen im Schlaf – Guter und gesunder Schlaf fördert Lerneffekt

Ein erholsamer und guter Schlaf hilft dem Gedächtnis, das Gelernte nachts abzuspeichern, so wird das spätere abrufen des Gelernten leichter. Das Lernen bleibt uns dabei aber nicht erspart
«Dass wir den Schlaf zum Lernen brauchen, haben Experimente der Hirnforschung bereits mehrfach bestätigt», so der österreichische Schlafpsychologe Dr. h.c. Günther W. Amann-Jennson. «Im nicht-deklarativen Gedächtnis wird das Wissen darüber gespeichert, wie wir bestimmte Dinge tun – also wie wir zum Beispiel ein Instrument bedienen oder spezielle Bewegungsabläufe ausführen. Wer beispielsweise lernt, ein Gedicht auswendig vorzutragen, ist nach dem Schlafen meist besser als zuvor,» so Amann-Jennson weiter. Das deklarative Gedächtnis speichert im Vergleich zum nicht-deklarativen alle Wissensinhalte. So wird es für Lerninhalte wie Vokabelnoder allgemeines Wissen, welches sich nicht mit bestimmten Ereignissen kombinieren lässt, benötigt.

Während wir schlafen verankern wir das Gelernte im Gehirn. Das Gelernte wird in den Gedächtnisspeicher abgelegt. Sobald wir wach sind nehmen wir gleichzeitig neu Gelerntes auf und entschlüsseln es. Es strömen neue Inputs auf unser Gedächtnis ein. Diese löschen neue und frische Gedächtnisspuren wieder, welche noch nicht fest verankert sind. Tatsächlich kann uns ein guter und erholsamer Schlaf dabei helfen das neu Gelernte zu verankern. Nach einem ausreichenden und qualitativ hochwertigen Schlaf kann das grade vorher Gelernte deshalb jederzeit ohne viel Aufwand und Mühe abgerufen werden.

Gesunder Schlaf ist das A und O
Woran erkennen wir das wir gut schlafen und keine Schlafstörungen aufweisen? Wenn wir innerhalb von 10 bis 15 Minuten einschlafen, durchschlafen ohne lange Aufwachphasen und natürlich erholte nach ca. sieben bis acht Stunden aufwachen. Hier haben die Schlafzyklen eine entscheidende Rolle. Qualitativ guter Schlaf zeichnet sich da durch aus, dass wir vier bis fünf Mal verschiedene Schlafphasen durchlaufen. Wir gleiten vom Leichtschlaf über in den Tiefschlaf bis hin zum Traumschlaf. So ein Zyklus dauert rund 1.5 Stunden.
«Im Tiefschlaf kommen dabei eher Vokabeln dran, im Traumschlaf sind es Bewegungsabläufe», erklärt der Schlafexperte Amann-Jennson. Für das Speichern des Gelernten ins Langzeitgedächtnis braucht es jedoch mehrere Nächte mit ausreichendem Schlaf hintereinander. Erst dann wird aus den vielen, kleinen Puzzle-Teilen ein großes Ganzes. Und plötzlich kommt es im Schlaf zu Lösungen und Einfällen, die uns vorher nicht in den Sinn gekommen sind.

Nach einer Lerneinheit ist der erholsame Schlaf also umso wichtiger. Stundenten sollten die Nächte nicht durch lernen, sondern in den leistungsfähigen Zeiten intensiv lernen und in der Nacht das neue Wissen im Schlaf verarbeiten und festigen. Spannend ist, dass hochbegabte Menschen besonders viel schlafen. Der Physiker Albert Einstein soll täglich sogar bis zu 12 Stunden geschlafen haben.

2016-01-18T08:42:27+00:00

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Seit über 25 Jahren ist er ein angesehener Fachexperte auf dem Gebiet des gesunden, naturorientierten Schlafs. Er ist Erinder des Bioenergetische Schlaf-Gesund-Konzept und zählt zu den Pionieren der Wellness- und Schlaf-Gesund-Bewegung.

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